top of page

Open Space

  • 3 days ago
  • 3 min read

Format für engagierte Beteiligung und kollektive Intelligenz


Als Organisationsberaterin erlebe ich immer wieder, wie kraftvoll Räume werden können, wenn sie nicht durchgetaktet sind, sondern bewusst offen gestaltet werden. Viele der wirksamsten Prozesse, die ich begleiten durfte, sind genau so entstanden: ohne enge Agenda, ohne fertige Vorgehensweise – aber mit einem kraftvollen Anliegen, klarer Rahmenstruktur und Menschen, die sich wirklich einbringen wollen.


Ich arbeite seit vielen Jahren mit dem Format Open Space und bin jedes Mal aufs Neue beeindruckt, wie schnell Energie entsteht, wenn Menschen Verantwortung für ihre Themen übernehmen dürfen. Open Space öffnet genau diesen Raum: für lebendigen Austausch, überraschende Perspektiven und kollektive Intelligenz. Gerade in den komplexen Fragestellungen in sinnorientierten Organisationen zeigt sich für mich immer wieder, wie tragfähig Ergebnisse werden, wenn Menschen das einbringen können, was ihnen wirklich wichtig ist – in einer Weise, die ihnen wirklich entspricht.



Was ist Open Space? Herkunft und Grundidee


Open Space Technology ist ein Großgruppenformat, das in den 1980er Jahren von Harrison Owen entwickelt wurde. Ausgangspunkt war eine einfache Beobachtung: Die produktivsten Gespräche auf Konferenzen fanden oft in den Pausen statt – informell, selbstorganisiert und getragen von echtem Interesse. Diese Qualität hat Owen in ein strukturiertes, aber bewusst offenes Format übersetzt.


Was macht Open Space besonders? Prinzipien, Rollen und Potenziale


Im Open Space gestalten die Teilnehmenden selbst die Agenda: Sie bringen Themen ein, die sie bewegen, übernehmen Verantwortung für den Austausch und entscheiden frei, wo sie sich beteiligen. Das Ergebnis ist ein dynamischer Prozess, der sich konsequent an den Anliegen der Gruppe in der Situation orientiert. Selbst wenn vorab Themen vorbereitet werden, stellt sich im Open Space immer die Frage: Ist es immer noch diese Frage, die uns wirklich interessiert? Berührt sie jetzt im Moment tatsächlich unser Bedürfnis?


Die besondere Kraft von des Formats liegt in der Verbindung von Klarheit und Offenheit. Der Rahmen ist bewusst einfach gehalten – und genau dadurch entsteht Raum für Selbstorganisation.


Klare Struktur trifft Go-with-the-Flow


Vier Prinzipien prägen den Prozess:

  • Wer auch immer kommt, es sind die richtigen Menschen

  • Was auch immer geschieht, es ist das Einzige, was geschehen konnte

  • Es beginnt, wenn die Zeit reif ist

  • Vorbei ist vorbei – nicht vorbei ist nicht vorbei


Ergänzt wird das durch das „Gesetz der zwei Füße“: Jede Person übernimmt Verantwortung für die eigene Beteiligung und wechselt den Ort, wenn sie nicht (mehr) lernen oder beitragen kann.


Das Potenzial liegt darin, dass genau jene Themen sichtbar werden, die wirklich relevant sind. Menschen kommen in Resonanz, übernehmen Verantwortung und entwickeln Lösungen gemeinsam in voller Präsenz.


Wofür lässt sich Open Space einsetzen?


Open Space eignet sich besonders für komplexe Fragestellungen, bei denen unterschiedliche Perspektiven gefragt sind und keine einfachen Antworten vorliegen – und ein hohes Maß an Engagement und Kreativität gewünscht ist. Die Gruppengröße ist flexibel: Open Space funktioniert ab etwa 12 Personen ebenso wie mit mehreren hundert Teilnehmenden.


Typische Einsatzfelder sind:


  • Organisationsentwicklung: z. B. bei Veränderungsprozessen, Strategiefragen oder Kulturentwicklung

  • Teamentwicklung: wenn neue Formen der Zusammenarbeit entstehen sollen oder Spannungsfelder geklärt werden

  • Lernräume für Zusammenarbeit: etwa in Bildungsprojekten, Netzwerken oder interdisziplinären Kooperationen


Beispielsweise gestalteten wir 2026 den Auftakt eines Standortbestimmungs- und Strategieprozesses an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK) erfolgreich mit einem Open Space > mehr dazu im Blog von 10VORNE.



Learnings aus der Praxis


Über die Jahre in der Begleitung von Open Space Prozessen haben sich für mich drei zentrale Learnings herauskristallisiert:


1. Die Qualität der Ausgangsfrage entscheidet alles

Ein klar formuliertes, relevantes Anliegen ist der Schlüssel. Wenn die Frage wirklich trägt, entsteht Energie fast von selbst. Ist sie zu vage oder zu abstrakt, bleibt der Prozess oft oberflächlich oder chaotisch. Gute Vorbereitung lohnt sich.


2. Vertrauen in den Prozess ist essenziell – auch (oder gerade) für Führungskräfte

Open Space fordert Mut: Kontrolle abzugeben und darauf zu vertrauen, dass die Gruppe ihren Weg findet.


3. Struktur braucht es – aber nur so viel wie nötig

Ich arbeite heute oft mit kleinen, kontextbezogenen Anpassungen: etwa klarere Übergänge zwischen Phasen oder zusätzliche Reflexionsräume. Nicht, um das Format zu „verändern“, sondern um es noch besser an die jeweilige Organisation und deren Arbeitsweise anzuschließen.


Mein Angebot


Open Space entfaltet seine Wirkung besonders dann, wenn Format, Anliegen und Kontext gut aufeinander abgestimmt sind. Als Organisationsberaterin begleite ich Sie dabei, einen maßgeschneiderten Open Space zu entwickeln – passend zu Ihrer Fragestellung, Ihrer Organisation und den Menschen, die daran beteiligt sind. Ich unterstütze Sie sowohl im Design des Prozesses als auch in der Facilitation vor Ort – mit einem klaren Rahmen, viel Erfahrung und dem Vertrauen in die Kraft von Selbstorganisation.



Wenn Sie einen Raum für kraftvolle Beteiligung öffnen möchten, schreiben Sie mir gerne: kontakt@sonja-regen.at.


bottom of page